Bienenwachstücher selber machen


Nachhaltigkeit ist für mich gerade ein sehr großes Thema. Ich suche ständig nach neuen Ideen und Tipps, um unsere Umwelt zu schonen, nachhaltiger zu leben und zu konsumieren. Dann freue ich mich immer riesig, wenn ich eine Alternative zu alltäglichen Plastikprodukten finde und diese auch noch selber machen kann. So zum Beispiel Beeswaxwraps.

Klingt erst mal nach einer neuen, tollen Idee für die Rettung unserer Welt. Ist aber eigentlich gar nicht so neu, denn schon unsere Urgroßeltern haben ihre Pausenbrote oder Lebensmittel viel umweltschonender verpackt, nämlich noch in Wachstüchern.

Wir produzieren täglich so viel Plastikmüll, da ist jeder Schritt in ein Leben mit weniger Plastik wirklich wichtig. Müll vermeiden und mit kleinen Dingen die Umwelt entlasten. Mit den Bienenwachstüchern retten wir zwar nicht sofort die Meere vor dem vielen Plastikzeugs, aber wir tragen einen kleinen Teil dazu bei, den Plastikmüll zu reduzieren.

Frischhaltefolien einfach mit Tüchern zu ersetzen, finde ich deshalb eine super Alternative. Du kannst damit ganz einfach Lebenmittel einpacken, ob das Pausenbrot, den Käse oder die halbe Zitrone im Kühlschrank. Sogar Brot soll in Bienenwachstüchern länger frisch bleiben (hab ich selber noch nicht probiert). Diese Alternative zu Frischhaltefolie ist dir vielleicht auch schon mal begegnet, im Biomarkt oder im Internet.

Bienenwachstücher bestehen nicht nur aus natürlichen Materialien, sondern sind durch die Beschichtung auch antibakteriell, mehrfach verwendbar und duften herrlich nach Bienenwachs. Wenn ihr sie selber macht, könnt ihr dabei ganz einfach Stoffe recyceln und Geld sparen, denn solche Beeswaxwraps sind doch recht teuer.

Es gibt verschiedenste Varianten, eure eigenen Bienenwachstücher herzustellen. Ihr könnt das Ganze im Backofen aber auch mit dem Bügeleisen machen. Ich habe beide Varianten getestet und möchte euch zeigen, wie es geht:

Ihr braucht dafür:

Etwas Kokosöl für mehr Geschmeidigkeit
  • Stoffreste (aus reinem Leinen oder Baumwolle, damit der Wachs in die Fasern einziehen kann)
  • Bienenwachs (dafür eignen sich auch wunderbar Bienenwachskerzen, aber bitte darauf achten, dass es reiner Bienenwachs ist oder einfach mal beim Imker im Ort nachfragen)
  • etwas Kokosöl für mehr Geschmeidigkeit (bitte nicht zu viel, sonst wird es klebrig)
  • eine Stoffschere, eine Auflaufform, einen Pinsel, ein Bügeleisen, Backpapier, Töpfchen

Und so wird’s gemacht:

Variante 1 im Backofen:

  1. Den Stoff auf die gewünschte Größe schneiden.
  2. Die Stoffstücke in eine Auflaufform oder ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
  3. Den zerkleinerten Bienenwachs über den Stoff geben. Wenn ihr Kokosöl verwendet, vorher Öl und Bienenwachs im Wasserbad schmelzen.
  4. Dann die Tücher mit dem Wachs bei 80°C in den Ofen geben.
  5. Wenn das Wachs geschmolzen ist, kann es noch ein wenig mit einem Pinsel oder Tuch verstrichen werden, sodass die Tücher überall mit Wachs getränkt sind.
  6. Die noch warmen Tücher zum Trocknen aufhängen. Und schon sind eure Bienenwachstücher fertig und einsatzbereit.

Variante 2 mit dem Bügeleisen:

  1. Aus den Stoffresten wieder die gewünschten Formen ausschneiden.
  2. Eine Bügelunterlage mit zwei Stücken Backpapier belegen.
  3. Dann das Stoffstück darauf legen und mit dem zerkleinerten Bienenwachs bestreuen.
  4. Mit zwei weiteren Backpapieren abdecken.
  5. Nun mit dem Bügeleisen darüber gehen, sodass das Wachs schmilzt und sich gleichmäßig verteilt (hierbei aufpassen, dass das Wachs nicht aus dem Backpapier herausläuft, also lieber erst mal weniger Wachs, als gleich zu viel).
  6. Wenn das gesamte Tuch mit Wachs getränkt ist, kann es wieder zum Trocknen aufgehangen werden und fertig ist es.

Noch einige Tipps:

  • Lieber erst einmal etwas weniger Wachs nehmen und später noch etwas an freien Stellen hinzugeben.
  • Nicht zu viel Kokosöl (etwa ein Fünftel vom Bienenwachs), sonst wird die Haptik klebrig.
  • Durch die Handwärme werden die Tücher biegsam und lassen sich ganz flexibel an jede Form anpassen.
  • Reinigung: Die Tücher können einfach mit etwas Wasser und Reinigungsmittel abgewischt werden und sind immer wieder einsatzbereit.
  • Extra doppelte Lagen Backpapier benutzen, damit auch nichts ans Bügeleisen kommt.
  • Wachsreste auf dem Backblech oder in der Form heiß mit Küchentüchern entfernen und dann heiß abspülen.

Mit meinem ersten Versuch war ich nicht ganz so zufrieden. Ich hatte einfach zu viel Kokosöl verwendet und die Tücher fühlten sich irgendwie klebrig an. Danach dachte ich mir, ich lass das Ganze lieber sein und kaufe sie mir doch einfach. Aber dann probierte ich es nochmal und beim zweiten Versuch klappte es super. Ohne Kokosöl hat es gleich funktioniert. Auch wenn ich zur Aufbewahrung von Lebensmitteln wohl immer noch zu Dosen oder Gläsern greifen werde, so ist das Bienenwachstuch doch eine supergut duftende Alternative zu der Frischhaltefolie. Danke, euch Bienen, für den herrlichen Wachs=)

Vielleicht habt ihr ja auch schon Erfahrungen mit Bienenwachstüchern gesammelt und noch einige Tipps für mich…


1 Kommentare

  1. Cornelia Wahl

    Ich habe auch angefangen Bienenwachstücher selber zu machen. Ich nehme dazu allerdings Bienenwachpallets, das finde ich einfacher.
    Ich habe gehört, dass manche für die Festigkeit noch etwas Baumharz in das Wachs geben. Habe aber noch nicht rausgefunden, woher man es beziehen kann.

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