Dunkle Wolken und buntes Fruchtleder


So lange habe ich hier schon nichts mehr geschrieben. Doch das Leben nimmt seinen Lauf. In meinem Kopf oft gerade eher ein Wirrwarr. Zu viele Sorgen um die kleinen und großen Dinge. Um die Zukunft, um Klimakrise und eigene Träume.

Dünne Regenfäden ziehen sich vom Himmel herab. Und ich fühle mich grau bis dunkelgrau. Meine Gefühle gleichen den schweren nassen Wolken dort draußen. Will am liebsten im Bett bleiben, Decke übern Kopf und so bleiben, bis sich die Wolken da draußen und die in meinem Kopf wieder verzogen haben. Doch ich muss aufstehen, ziehe mich mühselig durch den Tag und warte darauf, dass er einfach nur vorüber geht. Am Abend telefoniere ich mit dem Freund. Ich jammere, klage ihm meinen schlechten Tag vor, von all dem Negativen in meinem Kopf – wie schlecht es mir doch gerade geht. Er hört zu und sagt dann, ich solle ihm mal genau alle negativen Punkte aufzählen. Mache ich sofort. Bin ja eh schon dabei. Und dann. Dann will er aber auch all das Positive hören, alles für das ich gerade dankbar sein kann. Vor lauter Negativität will mir erst mal nicht so recht was einfallen. Zu sehr suhle ich mich in dem grauen, kühlen Nass. Doch er bohrt nach und ich beginne mit den fast selbstverständlichen Dingen. Er zählt noch mehr dazu, dass ich gerade nicht sehen will und kann. Sagt mir, ich solle mal meinem Blick auf das Gute richten. Ich habe doch so viel zum Danken. Ich muss weinen, durch all die Schwere in mir. Einfach nicht mein Tag heute. Er sagt, ich könne mich hinlegen, mich ausruhen, die Dinge im Gebet abgeben und danken, auch wenn es gerade eigentlich zu schwer fällt. Morgen sieht die Welt vielleicht ja schon wieder ganz anders aus. Ich schlafe irgendwann ein.

Sonnenstrahlen wecken mich. Ich schlage die Augen auf, sehe den blauen Himmel und denke, oh wie schön. Heute wird bestimmt ein guter Tag. Stehe dankbar auf und denke an die Worte von meinem Freund. Ja, heute sieht schon wirklich alles wieder ganz anders aus. Ich radle zur Arbeit, freue mich an der Sonne, den milden Herbsttemperaturen und an den netten Menschen, denen ich auf der Straße begegne. Innerlich sind meine Sorgen heute ganz klein, obwohl sich doch heute kaum von gestern unterscheidet. Aber irgendwie ist es anders. Ist es der Sonnenschein, der die dunklen Wolken in mir vertrieben hat oder vielleicht doch nur meine dankbarere Einstellung, den Blick auf die vielen kleinen Dinge zum Danken gerichtet zu halten?

„Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.“

Nun es ist wohl eine Mischung aus beidem. Und wie ich mich kenne, kann es morgen schon wieder ganz anders aussehen. Auch wenn ich mich bemühen werde, den Blick positiv und voller Sonnenschein zu lassen, können doch immer wieder graue Wolken kommen. Doch von denen darf ich mich nicht unterkriegen lassen. Auch sie werden wieder verschwinden.

Alles ändert sich ständig. Die Welt ändert sich. Nach einer dunklen, schlaflosen, von Sorgen geplagten Nacht, folgt auch wieder ein heller Tag und alles erscheint nicht mehr so schlimm. Wie sich alles verändert, kann man am besten an der Natur sehen. So ist gerade der Sommer dem Herbst gewichen. Nun haben sich die Blätter bunt gefärbt und fallen langsam von den Bäumen herab. Im Winter bereitet sich die Natur wieder auf ihr Erwachen im Frühling vor, um dann im Sommer wieder in voller Pracht zu strahlen. Aus den kleinen Samen, die jetzt von den Bäumen und Pflanzen fallen, können im nächsten Jahr schon kleine Pflänzchen entstehen. Von der Natur kann man so viel lernen, sich so geerdet fühlen, ganz man selbst sein. Die Natur lässt Veränderungen zu, nimmt sich Zeit dafür. Der kleine Same, der erst zum Baum heran wachsen muss. Doch genauso kann sich auch ín der Natur rasend schnell etwas verändern. Am Morgen noch schönster Sonnenschein und dann ziehen dunkle Wolken auf und es gibt ein heftiges Gewitter.

Auch bei uns kann es manchmal so gehen. Wir stehen mit bester Laune auf, doch dann kommt eine klitzekleine Kleinigkeit und unsere sonnige Laune wechselt zu dunklen Wolken. Aber genauso geht es dann auch wieder anders herum heraus. Es wird sich wieder verändern und auf schlechte Zeiten, werden gute folgen. Denn auch nach dem größten Gewitter, wird wieder die Sonne folgen.

„Mindestens 98 Prozent der Dinge, um die wir uns Sorgen machen, treffen niemals ein.“

Und wenn ich mir mal wieder zu viel Sorgen mache um die ganzen Veränderungen in der Welt und in meinem Leben, kann ich mir doch immer sicher sein, dass ich an einen Gott glaube, der heute und morgen immer der Gleiche ist, der zu mir steht und schon weiß, wie alles werden wird.

Wie wunderschön doch nun die Bäume in ihren neuen Kleidern stehen. Dazu passt irgendwie das Fruchtleder, dass ich letztens mal wieder gemacht habe. Leder ist eigentlich ein komischer Begriff dafür. Aber die Konsitenz erinnert wirklich ein bisschen an Leder. Jedoch entsteht das Fruchleder ganz ohne Leid, ist ganz einfach aus den verschiedensten Obstsorten gemacht und schmeckt ausserdem wunderbar süß und obstig. Ein toller Snack für zwischendurch und ein kleines besonderes Geschenk, um jemanden eine Freude zu machen. Probiert es doch einfach mal selbst.

Fruchtleder selber machen

Für ein Blech Fruchtleder braucht ihr: 400 bis 500 g Früchte eurer Wahl (egal ob Apfel, Mango, Banane-Beere, … – da könnt ihr ganz kreativ werden)

  • die Früchte waschen und in einem starken Hochleistungsmixer oder mit dem Pürrierstab zu einem feinen Püree mixen
  • die Masse etwa 5mm bis 1cm dick auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen (nicht zu dünn, sonst wird das Leder später brüchig)
  • nun muss das Blech bei 80°C etwa 3 bis 4 Stunden im Ofen bleiben (die Ofentür einen Spalt geöffnet halten)
  • das Fruchleder ist fertig, wenn es sich nicht mehr feucht, sondern ledrig anfühlt
  • es kann dann in Streifen geschnitten und aufgerollt werden
  • Fertig!

2 Kommentare

  1. Elisabeth Dombrowe

    So schön, wie uns Freunde und Menschen die uns nahe stehen, den Blick neu öffnen können. Danke für deine Gedanken!

  2. Gabriela Dombrowe

    Danke für deine ehrlichen Gedanken. Es tut gut, diese weisen und bewegenden Worte zu lesen. Hat mich sehr ermutigt 😉

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