Matsch und Glücksgefühle


Es war Pfingstsonntag und wir hatten den ganzen Tag Besuch von einem Freund des großen Sohnes, dessen Eltern einen wichtigen Termin wahrnehmen mussten. Ich stellte mich also auf Entertainment ein und rechnete damit, am Ende des Tages gestresst ins Bett zu fallen.

Am Anfang tobten die Kinder auch wie wild durch die Wohnung und testeten jedes vorhandene Spielzeug aus, doch dann scheuchten wir sie einfach nach draußen. Meine Schwester und ich als Aufsichtspersonen natürlich hinterher. Die beiden Jungen holten noch die Freundin aus dem Haus ab und dann ging es sehr zielstrebig an die Frischwasserquelle unseres Dorfes (Das klingt jetzt so, als würden wir in Afrika leben. Stimmt aber nicht, wir wohnen auf einem Hochschulcampus in Sachsen-Anhalt). Erst wurde nur Wasser in Formen gefüllt und wieder ausgekippt, doch dann kam unsere Kleine auf die Idee, das Wasser auf den staubig trockenen Sandweg zu kippen. Sofort waren auch die Größeren Feuer und Flamme und es entstand eine ansehnliche Matschpfütze. Nach und nach zogen die Kinder ihre Schuhe aus und wateten durch den Schlamm, nur um danach wieder Wasser zu besorgen und die Pfütze großer werden zu lassen.

Und was machten meine Schwester und ich? Wir ließen uns entspannt auf die Wiese fallen und beobachteten die Kinder. Es war ein wunderschöner Anblick. Alle Kinder wirkten glücklich und ins Spiel versunken. Sie machten sich keine Gedanken darum, dass ihre Kleidung vom Matsch verschmutzt werden könnte (Ich dachte nur kurz daran). Sie verschwendeten keinen Gedanken daran, dass Matsch von manchen Erwachsenen als eklig angesehen werden könnte. Wieso auch? Sie waren einfach eins mit der Natur und erlebten, dass sie mit ihrem Handeln und als Team etwas erschaffen konnten. Selbst wenn es nur eine riesige Matschpfütze war. Ich war so glücklich für sie und für uns, die wir bei diesem Moment anwesend sein konnten. Selbst als ich am nächsten Tag an dem Weg vorbeikam, an dem die Kinder gespielt hatten, freute ich mich über den Boden, der etwas aufgerissen war und mir als Erinnerung geblieben war.

Ob ich am Abend trotzdem k.o. war? Auf jeden Fall. Ich ging jedoch mit einem fröhlichen Herzen ins Bett, denn ich empfand eine große Dankbarkeit, meine Kinder solch entspannt und frei großwerden lassen zu können.

Habt ihr als Kinder auch gern im Matsch gespielt, oder hättet ihr als Erwachsene auch mal Lust auf eine Schlammschlacht?

Liebe Grüße
eure Manuela


1 Kommentare

  1. Ja, auch als Erwachsener oder großes Kind 🙂 spiele ich selbstvergessen gern im Matsch und versuche dabei, alle Gedanken ans saubermachen zu verbannen. Gerne hätte ich Mitspieler, doch wer ist heute so frei um über seinen Schatten zu springen?
    Ein Mudrun, Motocross usw. ist akzeptiert, aber wenn man unbekümmert, ohne Ziel und Konkurrenz spielt, wird man häufig schräg angeschaut… leider. Dabei macht es viel Spaß und könnte auch manches Burnout vorbeugen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.