Zuckerfrei – Wenn der kleine Bruder auf Industriezucker verzichtet


Hallo Josua,

ich erinnere mich daran, wie du als Kind süße Speisen geliebt hast. Du hast einmal sieben Stücke Kuchen hintereinander verdrückt. Und an deinem Geburtstag hast du dir immer eine süße Mittagsmahlzeit gewünscht (vorzugsweise Malzbiersuppe mit viel Zucker). Habe ich das richtig in Erinnerung?

Ja, das ist richtig. Ich kann mich erinnern, dass ich am Ende des Tages oft stolz darauf war, den ganzen Tag nur Süßes gegessen zu habe. Teilweise war mein Nachmittagssnack sogar die Zuckerwürfelpackung in unserem Küchenschrank.
Als Kind hatte ich mir einfach keine Gedanken gemacht, was für negative Folgen eine ungesunde Ernährungsweise haben kann. Im Jugendalter sind mir dann Symptome aufgefallen (wie z.B. unreine Haut), durch die ich angefangen habe, meinen Zuckerkonsum zu überdenken.

Was hat sich in den letzten Jahren in deiner Ernährung verändert und wieso?

Nach meinem Abi, habe ich mich einer „150 Tage ohne Zucker“-Challenge gestellt. In dieser Zeit wurde mir erst bewusst, worin alles industrieller Zucker versteckt ist und was er mit uns macht (Filmempfehlung „Voll verzuckert“). Ich habe für das Thema „gesunde Ernährung“ Feuer gefangen und vieles hinterfragt. So wollte ich bald auch auf industriell verarbeitetes Fleisch verzichten, mein Brot sollte am besten „Vollkorn“ sein und den Konsum an Milchprodukten wollte ich verringern.
Als Ergebnis ging es meiner Haut bald besser und ich fühlte mich rundum gesünder.

In einer Gesellschaft, in der in unglaublich vielen Lebensmittel Industriezucker enthalten ist, wie kompliziert empfindest du deine Ernährungsform?

In erster Linie heißt es bei dieser Ernährungsweise „viel selber machen“. Kochen und backen ist mein neues Hobby geworden. Ich probiere Speisen und Süßigkeiten, die ich zuvor mit Industriezucker kannte, ohne diesen nachzumachen (unbeauftragte Blog-Empfehlung „Mrs Flury“ und „Frau Janik“). Es macht richtig Freude, neue Rezepte auszuprobieren und auch beim Einkauf herausgefordert zu sein. So brauche ich immer etwas länger, um genau zu prüfen, ob Zucker enthalten ist. Doch umso größer ist die Freude, wenn ich ein neues Produkt entdecke, dass ich ohne Bedenken essen kann.
Wenn es natürlich mal schnell gehen muss (gerade in Prüfungsphasen), dann greife ich auch mal zur Gemüse-Tiefkühlpizza. Um einen stressigen Tag zu überstehen, sind Fast-Food-Produkte in Maßen okay. Meine Ernährungsweise soll ja schließlich in erster Linie eine Hilfe sein und nicht als Last verstanden werden.

Was ich an dir bewundere ist, dass du das Ganze nicht dogmatisch lebst, sondern, dass du auch einmal eine Ausnahme machst, wenn du z.B. irgendwo eingeladen bist. Fällt es dir nach Zuckerkonsum schwerer, wieder in deinen sonstigen Rhythmus zu finden?

Es fällt mir gar nicht so schwer, anschließend wieder auf die Süßigkeiten zu verzichten. Ich weiß ja, wie das Meiste davon schmeckt und habe mich bewusst dagegen entschieden. Es ist nur wichtig, dass ich mir immer wieder bewusst mache, warum ich mich so ernähre.
Ich mag auch heute noch süße Speisen sehr gern. Nur gibt es nun zum Mittag keine zuckrige Malzbiersuppe mehr, sondern Milchreis (ohne Zucker) mit Apfelpüree.

Was würdest du jemandem empfehlen, der auch auf Industriezucker verzichten möchte, aber nicht weiß, wie er das realisieren soll? Wie geht man das am besten an?

Das wichtigste ist eigentlich, seine Lieblings-Zucker-Alternative zu finden. Ich süße mein Gebäck gern mit Bananen und selbstgemachten Püree aus Datteln oder Rosinen (einfach vorher in heißes Wasser einweichen lassen). Ahornsirup oder Kokosblütenzucker gehen auch. Hat man eine Alternative gefunden, ist das Backen und Kochen wieder kinderleicht.
Wenn der Drang groß wird, die neue Ernährungsweise wieder aufzugeben, haben mich folgende Frage motiviert, dran zu bleiben: „Wie war die Ernährung des Menschen ursprünglich von Gott angedacht? Was haben die Menschen damals gegessen, das ihnen nicht geschadet hat?“. Im Garten Eden (nach biblischem Verständnis der Ort, in dem die Menschen zu Beginn der Menschheit gelebt haben) werden wohl Früchte die Süßigkeiten von heute gewesen sein. Früchte geben langfristiger Energie, im Gegensatz zu Industriezucker, bei dem die Energie anschließend ganz schnell wieder verloren geht. Für mich sind Früchte und Gemüse deshalb als Snack-Alternativen absolut ideal. Es ist erstaunlich, wie viel Gutes man nur aus Obst und Gemüse machen kann.

Du bist ja Student für Medienmanagement. Gibt es in deinem näheren Umfeld Menschen, die sich genauso ernähren wie du, oder bist du da eine Seltenheit?

Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich höre, wie in meinem Umfeld mehr und mehr Menschen versuchen, nicht mehr so viel Süßes zu essen. Eine gesunde Lebensweise ist also auch bei den Medienstudenten angekommen. So lassen sich auch die tollen neuen Produkte erklären, die man schon beim Lidl nebenan bekommet: Vom Dattelriegel an der Kasse, über Kokoschips mit Kokosblütenzucker bis zu einer großen Auswahl an Smoothies.
Den Trend unterstütze ich gern!

Was ist deine Lieblingssüßspeise ohne Industriezucker?

Da Eis schon immer mein Leibgericht war, ist es wohl die „Nicecream“ (dazu gibt es ja auf eurem Blog auch ein Rezept). Seit kurzem bin ich auch Fan davon, neben der Banane noch weiter Früchte hinzu zu mixen. Daraus entsteht dann eine himmlische Smoothiebowl. Einfach lecker!!



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