Was dir wichtig ist


Ihr dritter Geburtstag steht an. Sie spricht schon seit Wochen über ihre Vorstellungen. Sie wünscht sich Prinzessinnen, eine pinke Geburtstagstorte und Besuch von ihren Tanten. Das Mädchen weiß genau, was sie will und wir versuchen ihren besonderen Tag nach ihren Vorlieben zu gestalten. Mein Mann bestellt eine Playmobil-Prinzessin, die Tanten werden eingeladen und erklären sich sogar bereit, die Torte nach Spezialwunsch mitzubringen. Ich dekoriere den Tisch mit rosa, pinken und silbernen Sternen, der Bruder bastelt eine Drei für seine kleine Schwester. Immer wieder überlegen wir, was ihr gefallen könnte und freuen uns dann umso mehr, als ihre Augen an ihrem Geburtstag so oft strahlen.

Geburtstage sind wunderbare Gelegenheiten, unseren Kindern zu zeigen, wie wichtig sie uns sind und doch ist es nur einer von 365 Tagen, an denen wir Eltern auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kinder eingehen. Auch über ihren Ehrentag hinaus, möchte ich verstehen, was meine Kinder bewegt, was ihr Herz erfreut. Deshalb höre ich ihnen zu, spiele immer wieder mit ihnen ihre Lieblingsspiele oder Suche im ganzen Haus nach ihrer Lieblingspuppe. Nicht immer kann ich nachvollziehen, wieso ihnen dies und das so wichtig ist, doch ist das meist nicht entscheidend – es bedeutet ihnen etwas – und somit auch ein stückweit mir.  

Letztens traf eine Aussage mitten in mein Herz: „Alles, was dir wichtig ist, ist auch ihm (Gott) wichtig!“ Ich wiederholte diesen Satz mehrfach in meinem Kopf und merkte, wie er mich bewegte. Glaubte ich, dass alle Dinge, die mir etwas bedeuten, egal ob groß oder klein, auch für Gott eine Bedeutung haben? Mache ich meine Wünsche nicht ziemlich oft klein; stempele sie als bedeutungslos, profan und dumm ab? Interessierte sich Gott für meine Gedanken zu meiner Figur, meinen Freundschaften und meinem Geldbeutel? Meine Probleme sind selten existenziell, doch können sie meine Gedanken ziemlich beschäftigt halten. Hat Gott nicht Besseres zu tun, als mit mir darüber nachzudenken?

Ich konnte den Satz nicht so richtig glauben, bis ich an mich und meine Kinder dachte, an die Stunden, die ich mit der Suche nach Spielzeugen verbracht hatte, an die Vorbereitungen für ihren Geburtstag. Wenn schon mir, einer unperfekten Mutter, so viel an den Sehnsüchten und Wünschen meiner Kinder liegt, wie viel mehr muss dem perfekten Vater an meinen Gedanken liegen? Wenn ich meinen Kindern gern ihre Wünsche erfülle, wenn ich denke, dass sie ihnen nicht schaden, dann kann ich doch darauf vertrauen, dass Gott noch viel liebevoller und weiser auf meine Bitten eingeht.

„Alles, was dir wichtig ist, ist auch ihm wichtig!“ – das Versprechen gilt auch dir!


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